Personenversicherungen

In dem Teil “Finanzprodukte” werden neben fünf unterschiedlichen Produkten auch die jeweils dazugehörenden Produktgruppen beschrieben. Hierbei steht nicht die vollständige und umfassende Produkterklärung im Vordergrund, sondern die Darstellung wichtiger Kriterien, an denen sich beispielhaft die Einfachheit oder Komplexität der Produkte zeigen lässt. Außerdem sollen mögliche Probleme beim Produkterwerb aufgezeigt werden. Auch Verbraucher können Produkte, die aufgrund ihrer Gestaltung sehr komplex sind, erwerben. In diesen Fällen erscheint eine qualifizierte Finanzberatung sinnvoll. Andere Produkte sind weniger komplex und relativ einfach zu verstehen. Bei den letztgenannten Produkten ist es für private Haushalte mit ein wenig Zeit- und Informationsaufwand möglich, sich ohne intensive Finanzberatung zu orientieren. Die Produktklassen und Produkte wurden nach Bekanntheitsgrad und Relevanz ausgewählt. Sie sollten den meisten privaten Haushalten zumindest vom Namen her geläufig sein und von ihnen auch verhältnismäßig oft genutzt werden.

Personenversicherungen

Produktklasse

Im Bereich der Versicherungen können die einzelnen Produktklassen nach verschiedenen Kriterien geordnet werden. Eine mögliche Unterscheidung besteht in der Gruppierung in Personen- und Sachversicherungen. Zu den Sachversicherungen zählen u. a. so bekannte Versicherungsarten wie die Haftpflicht-, Hausrat- und Rechtsschutzversicherung. Personenversicherungen umfassen dagegen alle Versicherungsprodukte, deren Ziel die Absicherung von Personenschäden ist. Erleidet eine versicherte Person einen körperlichen Schaden oder stirbt, zahlt die Versicherung einen vereinbarten Betrag oder eine Rente. Personenversicherungen sind also zur Absicherung von finanziellen Risiken wie Tod (Hinterbliebene), Krankheit oder Invalidität gedacht.

Die mit Personenversicherungen abgesicherten Risiken werden auch als biometrische Risiken bezeichnet. Bei Eintritt solcher Risiken können sich für einzelne Personen wie auch für ganze Haushalte schwere negative finanzielle Folgen ergeben. Zu den biometrischen Risiken zählt auch die Langlebigkeit. Obwohl ein langes Leben aus Kundensicht wünschenswert wäre und somit alles andere, als ein Unglücksfall ist.

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Produktbeispiel (Berufsunfähigkeitsversicherung)

Berufsunfähigkeitsversicherung

Berufsunfähig wird man, wenn man seinem ausgeübten Beruf dauerhaft nicht mehr nachkommen kann. Die Berufsunfähigkeit muss ärztlich nachgewiesen sein. In der Praxis definieren viele Versicherungsunternehmen die Dauer mit 6 Monaten und zudem muss eine Beeinträchtigung von mindestens 50 % gegeben sein.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung gilt als eine der wichtigsten Versicherungen für berufstätige Personen. Aus leicht nachvollziehbarem Interesse werben Produktanbieter wie Vermittler für das Produkt, aber auch die entsprechende Fachpresse sowie Verbraucherinstitutionen empfiehlt diese Versicherung. Alle gemeinsam werben nachdrücklich für den Abschluss einer BU-Versicherung. Eine BU soll den Fall der Berufsunfähigkeit absichern also wenn eine Person aufgrund von Krankheit oder Unfall nicht mehr ihren erlernten Beruf ausüben kann. Verliert jemand beispielsweise aufgrund von Erkrankungen die Fähigkeit, mittels der eigenen Arbeitskraft seinen Lebensunterhalt zu verdienen, so ist dies mit gravierenden finanziellen Einbußen verbunden. Eine BU-Versicherung zahlt im Schadensfall eine Rente, sofern die versicherte Person entsprechend den Bedingungen als berufsunfähig anerkannt wird.

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Produkterwerb (Berufsunfähigkeitsversicherung)

Produkttransparenz / Verständlichkeit

  • sehr unverständlich, komplexes Regelwerk

Marktübersicht

  • großer Markt, schwer überschaubar, für Privatpersonen sind eine eigenständige Produktanalyse und ein Vergleich kaum durchführbar.

Beratungsbedarf

  • zwingend, Fehler bei der Antragsstellung können weitreichende Folgen haben: Verweigerung einer BU / Verweigerung der Leistung

Erwerb ohne Beratung

  • nicht ratsam

Gehört das Produkt zum Beratungsangebot?

*Abhängig von der Ausrichtung des Honorarberaters (Finanzanlagen / Versicherungen)

Beratertypen

  • Beratung wird durch Kunden direkt bezahlt
  • keine Anbieterbindung, theoretisch alle Produkte möglich
  • derzeit geringe Beraterdichte
  • anbieterunabhängige Beratung
  • erhält Provisionen von den Anbietern bei Produktverkauf
  • keine Anbieterbindung, theoretisch alle Produkte möglich
  • relativ gute Erreichbarkeit in Städten
  • anbieterunabhängige Beratung
  • erhält Provisionen von den Anbietern bei Produktverkauf
  • je nach Beratertyp Produkte eines oder mehrerer Anbieter im Angebot
  • relativ gute Erreichbarkeit sowohl in Städten wie auch in ländlichen Gegenden
  • je nach Beratertyp vertragliche Bindung an einen oder mehrere Anbieter
  • erhalten Gebühren und Provisionen von anderen Anbietern bei Produktverkauf
  • häufig Verkauf "hauseigener" Produkte, aber auch Vermittlung fremder Produkte
  • relativ gute Erreichbarkeit sowohl in Städten wie auch in ländlichen Gegenden
  • Berater sind in Organisationsstrukturen der Bank oder Sparkasse eingebunden und können nur Produkte vermitteln, die von der Geschäftsleitung vorgegeben werden