Altersvorsorge

In dem Teil “Finanzprodukte” werden neben fünf unterschiedlichen Produkten auch die jeweils dazugehörenden Produktgruppen beschrieben. Hierbei steht nicht die vollständige und umfassende Produkterklärung im Vordergrund, sondern die Darstellung wichtiger Kriterien, an denen sich beispielhaft die Einfachheit oder Komplexität der Produkte zeigen lässt. Außerdem sollen mögliche Probleme beim Produkterwerb aufgezeigt werden. Auch Verbraucher können Produkte, die aufgrund ihrer Gestaltung sehr komplex sind, erwerben. In diesen Fällen erscheint eine qualifizierte Finanzberatung sinnvoll. Andere Produkte sind weniger komplex und relativ einfach zu verstehen. Bei den letztgenannten Produkten ist es für private Haushalte mit ein wenig Zeit- und Informationsaufwand möglich, sich ohne intensive Finanzberatung zu orientieren. Die Produktklassen und Produkte wurden nach Bekanntheitsgrad und Relevanz ausgewählt. Sie sollten den meisten privaten Haushalten zumindest vom Namen her geläufig sein und von ihnen auch verhältnismäßig oft genutzt werden.

Altersvorsorge

Produktklasse

Die Altersvorsorge erfolgt zumindest in Deutschland noch überwiegend über eine generationenübergreifende, solidarische Versicherungsform – die gesetzliche Rentenversicherung. Sie bildet für eine Mehrheit der privaten Haushalte seit über 100 Jahren ein ausreichendes Fundament für die finanzielle Altersversorgung. Die gesetzliche Rentenversicherung basiert auf einem Generationenvertrag – die Jungen zahlen für die Alten. Alle Arbeitnehmer zahlen in die Versicherung ein. Mit Beginn des Ruhestandes erhalten diese Arbeitnehmer dann eine Rente. Die eingezahlten Beiträge werden allerdings nicht angespart, um dann im Alter ausgezahlt zu werden, sondern die heute abgeführten Beiträge der Berufstätigen werden direkt für die aktuellen Rentenzahlungen verwendet. Freiberufler und Selbstständige sichern ihre Altersversorgung ebenso wenig über die gesetzliche Rentensicherung wie Beamte, Richter etc. Diese Gruppen nutzen entweder eigene Altersvorsorgesysteme oder Produkte der privaten Altersvorsorge. Inwieweit die gesetzliche Rentenversicherung auch zukünftig eine ausreichende Basis für eine vernünftige finanzielle Altersversorgung darstellen kann, ist aus heutiger Sicht schwer zu beurteilen. Schon die Rentenreformen zu Beginn dieses Jahrhunderts werden in den nächsten Jahren zu einem Absinken des durchschnittlichen Rentenniveaus führen. Hinzu kommt, dass durch die steigende Lebenserwartung die Zahl der Rentner stärker steigen wird als die der Erwerbstätigen. Insofern erscheint die gesetzliche Rente als alleinige finanzielle Basisversorgung für den Ruhestand fraglich.

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Produktbeispiel (Private Rentenversicherung)

Private Rentenversicherung

Private Rentenversicherungen sind bei vielen Haushalten ein „Klassiker“, wenn es um die private Altersvorsorge geht. Von der Idee her ist das Produkt auch sehr einfach zu verstehen. Der Kunde zahlt (möglichst lange) in die Versicherung ein und erhält vom Versicherungsunternehmen eine lebenslange Rente entsprechend der Summe der geleisteten Einzahlungen zuzüglich der vereinbarten Zinsen und der Überschussbeteiligung, wenn er das vertraglich vereinbarte Alter erreicht hat („Rentenbeginn“). Bei Vertragsschluss wird dem Kunden auf Basis der zu zahlenden Beiträge eine bestimmte Rentenhöhe (Garantierente) fest zugesagt. Zumeist ist es möglich, beim Übergang in den Ruhestand zu wählen, ob man sich den angesparten Betrag (inkl. Zinsen) in einer Summe auszahlen lassen will oder die Verrentungsvariante wählt. Die Versicherungsunternehmen verlangen beim Abschluss einer privaten Rentenversicherung keine Gesundheitsprüfung, wie zum Beispiel bei einer Lebensversicherung.

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Produkterwerb (Private Rentenversicherung)

Produkttransparenz / Verständlichkeit

  • (immer noch) geringe Transparanz, komplexes Regelwerk

Marktübersicht

  • nur wenige umfassende Vergleiche, nur geringe Vergleichbarkeit der Angebote (unterschiedliche Bedingungen)

Beratungsbedarf

  • hoch

Erwerb ohne Beratung

  • nur ratsam mit viel Erfahrung (Profi)

 

Gehört das Produkt zum Beratungsangebot?

*Kann abhängig von der Ausrichtung des Honorarberaters variieren (Finanzanlagen / Versicherung).

Beratertypen

  • Beratung wird durch Kunden direkt bezahlt
  • keine Anbieterbindung, theoretisch alle Produkte möglich
  • derzeit geringe Beraterdichte
  • anbieterunabhängige Beratung
  • erhält Provisionen von den Anbietern bei Produktverkauf
  • keine Anbieterbindung, theoretisch alle Produkte möglich
  • relativ gute Erreichbarkeit in Städten
  • anbieterunabhängige Beratung
  • erhält Provisionen von den Anbietern bei Produktverkauf
  • je nach Beratertyp Produkte eines oder mehrerer Anbieter im Angebot
  • relativ gute Erreichbarkeit sowohl in Städten wie auch in ländlichen Gegenden
  • je nach Beratertyp vertragliche Bindung an einen oder mehrere Anbieter
  • erhalten Gebühren und Provisionen von anderen Anbietern bei Produktverkauf
  • häufig Verkauf "hauseigener" Produkte, aber auch Vermittlung fremder Produkte
  • relativ gute Erreichbarkeit sowohl in Städten wie auch in ländlichen Gegenden
  • Berater sind in Organisationsstrukturen der Bank oder Sparkasse eingebunden und können nur Produkte vermitteln, die von der Geschäftsleitung vorgegeben werden