Schönes Leben

Beispielhafte Lebenssituationen

Die für Sie passende Finanzberatung ist von Ihrer persönlichen Lebenssituation abhängig. Anhand beispielhafter Lebenssituationen soll aufgezeigt werden, wie unterschiedlich sich der Bedarf an Finanzprodukten und die dazu passende Beratung entwickeln können. Die ausgewählten Lebenssituationen besitzen reinen Beispielcharakter und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Beratungshinweise sind nicht dafür geeignet, auf Ihre jeweilige persönliche Situation eins zu eins übertragen zu werden. Eine gute Finanzberatung zeichnet sich gerade dadurch aus, dass sie ganz individuell auf die persönliche Situation eines jeden Kunden eingeht und nicht mit Standardvorgaben arbeitet (siehe Beratung).

Beispielhafte Ausgangssituation

Die Phase des Ruhestands lässt sich nicht so einfach beschreiben – zu unterschiedlich sind die materiellen Entwicklungen von Haushalten über die Jahrzehnte hinweg und damit auch die jeweiligen finanziellen Situationen bei Rentenbeginn. Im Folgenden werden daher zwei unterschiedliche Szenarien entwickelt. Sie zeigen exemplarisch die finanzielle Bandbreite von privaten Haushalten beim Übergang in den Ruhestand.

In den allermeisten Fällen wird mit Rentenbeginn das zur Verfügung stehende Haushaltseinkommen sinken.

Szenario 1 beschreibt die Gruppe der Haushalte, die kein besonderes Vermögen aufbauen konnte und – wenn überhaupt – nur eine sehr bescheidene Zusatzversorgung für das Alter besitzt. Ihr Geldvermögen ist in der Regel zugleich auch die eigene Sicherheitsreserve (Notgroschen) und vielleicht war sogar durch Konsumverzicht der Erwerb einer eigenen Immobilie möglich. Die Nutzung der eigenen Immobilie (keine Mietzahlungen) ist dann in der Regel als feste Größe ins Haushaltsbudget eingerechnet. Sollte eine Lebensversicherung (oder ein Sparvertrag o. ä.) existieren, so wird zumeist das ausgezahlte Geld dafür verwendet, sich einen oder mehrere langgehegte Konsumwünsche zu erfüllen oder die eigenen Kinder oder Enkelkinder zu unterstützen.

Szenario 2 beschreibt die Gruppe der Haushalte, die über ein nennenswertes Vermögen in Sach- und/oder Geldanlagen verfügt, wenn sie aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Für viele Vermögensanlagen spielt der Zeitpunkt des Übergangs in die Rente eine zentrale Rolle. Klassischerweise ist jetzt die Immobilie abgezahlt. Die Auszahlung von Spar- und anderen Anlageformen ist auf diesen Zeitpunkt fixiert. Vermögensanlagen, deren freie Verfügbarkeit bisher eingeschränkt war, werden jetzt verfügbar. Die Rentenzahlungen können aus unterschiedlichen Quellen stammen. Neben der üblichen gesetzlichen Rente / staatlichen Pensionszahlungen erhalten die Haushalte womöglich Zahlungen aus einer betrieblichen Rente oder aus privaten Zusatzverträgen. In den letzten Jahren war insbesondere bei dieser Gruppe der besser gestellten Rentner und Pensionäre  ein expansiveres Konsumverhalten zu erkennen, verglichen mit den Rentnergenerationen zuvor.

Finanzielle Herausforderungen

In vielen Rentnerhaushalten wird das verfügbare Einkommen geringer sein als zu Zeiten der Erwerbstätigkeit. Die Konsumausgaben müssen dem gesunkenen Einkommen angepasst werden. Gleichzeitig ändern sich die Zahlungsströme aus bestehenden Finanzdienstleistungsverträgen, beispielsweise weil keine Zahlungen mehr für die Altersvorsorge aufgewendet werden müssen. Mögliche Zahlungen von Kreditraten sollten jetzt auf den Prüfstand gestellt werden. Neue finanzielle Bedürfnisse wie die Absicherung des Pflegerisikos kommen womöglich hinzu. Mit diesem in der Regel unangenehmen Thema beschäftigen sich viele Menschen zumeist erst jetzt richtig.

Für Szenario 1, die Gruppe von Haushalten mit keinem oder keinem nennenswerten Vermögen, spielen die Fragen zur weiteren Nutzung und Strukturierung des Vermögens keine Rolle. Auch eine mögliche Erbschaftsplanung hinsichtlich finanzieller Werte ist hier kein Thema. Fragen rund um den Bezug der Rentenzahlungen sind nicht besonders komplex, weil es vielfach nur eine Zahlungsquelle (gesetzliche Rente) gibt.

Für Szenario 2, die Personengruppe mit Vermögen und möglichen Rentenzahlungen aus unterschiedlichen Quellen, sind die finanziellen Herausforderungen vielfältiger. Grundsätzlich stellt sich hier die Frage nach der Verfügbarkeit und Sicherheit der vorhandenen Vermögenswerte. Vielfach besteht der Wunsch, einen Teil des Vermögens sofort oder über einen längeren Zeitraum für Konsumzwecke zu nutzen. Andere Vermögenswerte dienen als Rücklage für Notfälle und einige sind womöglich überhaupt nicht für den eigenen Konsum gedacht, sondern sollen vererbt werden. Oft ist erst jetzt die Zeit vorhanden, sich in Ruhe mit den verschiedenen Vermögensanlagen zu beschäftigen und über eine mögliche Neustrukturierung nachzudenken.

Beratungsbedarf

Szenario 1: In den Seniorenhaushalten mit keinem oder nur geringem Vermögen und einer überschaubaren Anzahl von Einnahmequellen liegt der Schwerpunkt der Beratung auf der Anpassung der Ausgaben an das – in der Regel gesunkene – Einkommen. In vielen Fällen wird dies im Bereich von Finanzdienstleistungen auf eine Überprüfung und Optimierung der bestehenden Verträge hinauslaufen. Ob ein Spielraum für eine zusätzliche Absicherung besteht, bedarf einer etwas intensiveren finanziellen Analyse. Es geht also eher um grundsätzliche Fragestellungen:

  • Welche Versicherungen benötige ich noch,
  • welche kann ich mir leisten und
  • was hätte ich sonst gerne noch?

Eine mögliche Beratung sollte diesen grundsätzlichen Charakter aufweisen und nicht zu produktbezogen sein. Unter Kostengesichtspunkten wäre auch die Möglichkeit einer Beratung bei einer Verbraucherzentrale eine realistische Option.

Szenario 2: In den Haushalten, welche beim Übergang in den Ruhestand über beachtenswertes Vermögen – womöglich verteilt auf verschiedene Anlageobjekte – verfügen und denen möglicherweise auch verschiedene Einnahmequellen zur Verfügung stehen, ist ein eher hoher Beratungsbedarf vorhanden. Auch hier ist es sinnvoll, die bestehenden Finanzdienstleistungsverträge zu überprüfen und zu optimieren. Insbesondere im Bereich der Krankheits- und Pflegevorsorge könnte noch weiterer Handlungsbedarf bestehen.

Die zentrale Beratungsaufgabe besteht hier in einer umfassenden und detaillierten Analyse der bestehenden Einnahmen und Vermögenswerte. Ziel ist, die finanziellen Ressourcen entsprechend den Bedürfnissen der im Haushalt lebenden Senioren so zu strukturieren, dass die gewünschte Verfügbarkeit und Sicherheit des Vermögens gewährleistet ist und auch mögliche Erbschaftsfragen berücksichtigt werden. Eine solch umfassende Beratung kann sich auf alle finanziellen Belange eines Seniorenhaushalts beziehen. Obwohl es in erster Linie um Vermögensfragen geht, können auch Versicherungs- und Finanzierungsthemen eine Rolle spielen.

Beratertypen

  • Beratung wird durch Kunden direkt bezahlt
  • keine Anbieterbindung, theoretisch alle Produkte möglich
  • derzeit geringe Beraterdichte
  • anbieterunabhängige Beratung
  • erhält Provisionen von den Anbietern bei Produktverkauf
  • keine Anbieterbindung, theoretisch alle Produkte möglich
  • relativ gute Erreichbarkeit in Städten
  • anbieterunabhängige Beratung
  • erhält Provisionen von den Anbietern bei Produktverkauf
  • je nach Beratertyp Produkte eines oder mehrerer Anbieter im Angebot
  • relativ gute Erreichbarkeit sowohl in Städten wie auch in ländlichen Gegenden
  • je nach Beratertyp vertragliche Bindung an einen oder mehrere Anbieter
  • erhalten Gebühren und Provisionen von anderen Anbietern bei Produktverkauf
  • häufig Verkauf "hauseigener" Produkte, aber auch Vermittlung fremder Produkte
  • relativ gute Erreichbarkeit sowohl in Städten wie auch in ländlichen Gegenden
  • Berater sind in Organisationsstrukturen der Bank oder Sparkasse eingebunden und können nur Produkte vermitteln, die von der Geschäftsleitung vorgegeben werden